Der Werstener
Günter
Ruhl hat keinen Einkaufs-Stress: Er geht zu Fuß einkaufen und
holt sein Auto nur aus der Garage, wenn er außerhalb von Düsseldorf
etwas erledigen muss. Wünsche für die Werstener Einkaufsmeile?
Bei ihm Fehlanzeige. "Es gibt hier doch alles", sagt er.
An
der mobilen WZ-Redaktion im Einkaufszentrum am Guerickeweg bestätigten
sich gestern weitgehend die Ergebnisse der IHK-Umfrage: Die Werstener sind
mit den Einkaufsmöglichkeiten vor ort überwiegend zufrieden.
Wie Marianne Weigel. "Hier kann man alles gut zu Fuß erreichen",
sagt sie. "Allerdings ist das Drogerieangebot etwas einseitig, weil alle
Märkte zu einer Kette gehören", schränkt
Elke Söbbeke
ein. Schön fände sie einen Wochenmarkt: "Damit man frisches Gemüse
bekommt".
Die Werstener
wünschen sich mehr Parkplätze und ein Café zum Klönen
Aber es
gibt auch Gegenstimmen: "Die Parkplatzsituation ist eine einzige Katastrophe",
findet Inge Wanzek. Es gebe zu wenig Stellplätze, außerdem
seien diese so schmal, dass man mit einem etwas breiteren Wagen kaum in
die Lücken passt. "Da fahre ich lieber ein paar Kilometer weiter nach
Eller. Dort gibt es außerdem mehr Oberbekleidung." Zu wenig Parkplätze,
das findet auch der CDU-Ratsherr Helmut Kurth. Doch wo wäre
noch Platz? "Vielleicht auf dem Schützenplatz Opladener Straße",
überlegt Kurth. Doch der Platz sei in privater Hand und zu weit entfernt.
Günther
Schiefer kann sich sogar weniger Parkplätze vorstellen. Er wünscht
sich mehr Fahrradständer. Das könne nur auf Kosten der Autofahrer
geschehen. "Direkt vor dem Geschäft findet man doch nie einen Parkplatz.
Man muss doch ohnehin einige hundert Meter |
laufen."
"Die
Geschäftsleute dürfen sich nicht auf den guten Umfragewerten
ausruhen", warnt SPD-Ratsfrau
Cornelia Mohrs. Um die Kaufkraft im
Stadtteil zu binden, schlägt sie die Einführung einer Kundenkarte
vor. "Es gab zwar vor Jahren einen Werstentaler, aber der hat sich nicht
bewährt."
Schön
fände Mohrs ein Café - wenn möglich in einem der Hinterhöfe.
Da hat sie Therese Sturm auf ihrer Seite: "Ich vermisse ein Ruheplätzchen,
wo man sich mit Freunden treffen und Kaffee trinken kann. Wir haben zwar
einen tollen Bäcker, aber gemütlich sitzen kann man dort nicht."
Renate
Ringleb hat eine Idee für den Standort: "Früher gab es eine
Eisdiele zwischen Liebfrauen- und Opladener Straße. Das Haus soll
abgerissen werden. Vielleicht könnte man dort ein Café ansiedeln?"
Wolfgang
Steller wünscht sich mehr Aktionen von der Werbegemeinschaft.
"Die müssen aus dem Stadtteil selbst kommen, alles andere wäre
aufgesetzt." Und
Wolfgang Krause hat gleich eine Liste von Verbesserungsvorschlägen
mitgebracht. So ist der Bürgersteig vor dem türkischen Lebensmittelladen
so eng, dass kaum Platz für Fußgänger und Radfahrer
bleibt. "Dort muss der Straßenbau noch einmal ran", sagt er. Außerdem
wünscht er sich, dass die Geschäfte am Werstener Tor endlich
vermietet werden und die Läden in den Seitenstraßen mit in die
Einkaufsmeile integriert werden.
Einem
ganz grundlegenden Bedürfnis werde gar keine Rechnung entlang der
Kölner Landstraße getragen, stellt Ludwig Flaß
fest: "Was hier fehlt, ist eine öffentliche Toilette, zum Beispiel
in der Nähe des Einkaufszentrums." |