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Gute
Noten vom Handel (Rheinische Post, 23. Oktober 2007)
Mehr als
die Hälfte der von der IHK befragten Geschäftsleute in
Wersten
bewerten den Standort an der Kölner Landstraße mit gut
oder sehr gut, viele vermissen aber Parkraum. Kunden wollen ein
verbessertes
Umfeld. |
RP-Archiv-Foto: Christoph
Göttert
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Der
Handel blüht - nach einer IHK-Umfrage sind die Geschäftsleute
in Wersten überwiegend zufrieden mit den Standortfaktoren. Viele Kunden
wünschen sich jedoch mehr Umfeld und Ambiente beim Einkauf auf der
Kölner Landstraße.
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Die 102 von
der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf (IHK) befragten Geschäftsleute
stellten dem Standort an der Kölner Landstraße insgesamt ein
gutes Zeugnis aus: 56 Prozent gaben ihm ein Gut (34,6%), oder sogar ein
Sehr gut (22,2%). 34,6 Prozent finden ihn immerhin noch mittelmäßig.
"Das ist der zweitbeste Wert, den wir bei unseren Befragungen in den Düsseldorfer
Stadtteilen in den vergangenen Jahren gemessen haben", sagte Michael Rüscher,
der bei der IHK fürs Stadtteilmarketing zuständig ist. Von bisher
zehn untersuchten Stadtteilzentren hatte nur die Benderstraße in
Gerresheim besser abgeschnitten.
Ein
weiteres Indiz für die überwiegende Zufriedenheit der Werstener
Händler: 29 Prozent der Befragten bewerteten die Geschäftsentwicklung
der vergangenen fünf Jahre positiv, immerhin 51,6 Prozent noch zufriedenstellend.
Angesichts eines deutschlandweiten Umsatzminus von rund fünf Prozent
im Einzelhandel fand Rüscher auch dies beachtlich. "Diese überwiegend
positiven Antworten haben uns gefreut", sagte Michael Lemmen, 1. Vorsitzender
der Werbegemeinschaft "Wir in Wersten", die 2005 gegründet wurde.
Allerdings bemängelten die Einzelhändler fehlende Parkmöglichkeiten
(28 Prozent), unzureichenden Branchenmix (18) und geringe Kaufkraft/Sozialstruktur
(16).
Letzteres
konnte Rüscher aufgrund seiner Daten nicht bestätigen: Mit einem
Kaufkraftindex von 111,3 liege Wersten deutlich über dem deutschen
Durchschnitt (100) und knapp unter dem Düsseldorfer Wert (113,8).
Gleichwohl sei auffällig, dass die 18.600 Einwohner Werstens von 113
Millionen Euro nur 33 Millionen (29 Prozent) am Standort ausgeben. Ein
Grund könnte das fehlende Ambiente sein. |
So störte
nach einer Befragung von 315 Kunden diese vor allem das Umfeld und erst
an zweiter Stelle ein schlechter Branchenmix. Die Parkplatzsituation wurde
hingegen nach der guten Verkehrsanbindung als positiver Faktor genannt.
"Es fehlt der Bummelfaktor"
Michael
Lemmen und seine Mitstreiter in der Werbegemeinschaft wollen Anregungen
aus der Umfrage aufnehmen, wohl wissend, dass ihnen häufig die Hände
gebunden sind. Die Kölner Landstraße sei nun mal eine langgezogene
Durchgangsstraße und keine Fußgängerzone. "Da fehlt der
Bummelfaktor", betonten Lemmen und Rüscher übereinstimmend. Die
Parkplatzsituation lasse sich aufgrund der örtlichen Gegebenheiten
mit Radwegen und Bahntrasse kaum ändern, so Lemmen. Auch der Branchenmix
sei nicht steuerbar. Gleichwohl will die Werbegemeinschaft im kommenden
Jahr gemeinsam mit der Stadt Blumenkübel aufstellen und bepflanzen
lassen.
INFO
Zahlen
Umsatzstark: Die
Flächenproduktivität (Jahres-Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche)
beträgt in Wersten 4900 Euro und liegt deutlich über dem Düsseldorfer
Durchschnitt (4650).
Günstige Mieten: 16,34
Euro pro Quadratmeter (Stadt-Durchschnitt: 20)
Leerstand: 9,7 Prozent (Durchschnitt:
8,4)
Was Kunden wollen: Konditorei
mit Café (58); mehr Einzelhandel (33), Metzgerei (33) ... |
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Kommentar
Damit der Handel weiter
blüht
Stadtteilzentren werden
gebraucht, vielleicht dringender denn je. Gerade älteren, nicht mehr
so mobilen Menschen ist es nicht zuzumuten, im Supermarkt auf der Grünen
Wiese einzukaufen. Geschäftsstraßen geben den Stadtteilen ein
Gesicht, sind Ort der Begegnung und der Kommunikation. Die jüngste
IHK-Befragung in Wersten hat gezeigt: Der Stadtteil steht nicht schlecht
da. Doch gibt es, das haben die Händler längst erkannt, das eine
oder andere zu verbessern. Doch was können sie tun? Nicht viel, denn
das meiste liegt nicht in ihrer Hand. Mehr Parkplätze? Kaum möglich.
Schöneres Ambiente? Ebenfalls nicht, denn längst nicht allen
gehören die Häuser selbst. Ein paar Blumenkübel sind nett.
Doch reicht das? Die junge Werbegemeinschaft "Wir in Wersten" hat erste
Signale gesetzt. Doch sind vor allem auch die Immobilienbesitzer gefragt.
Wer bevorzugt an Billigketten vermietet, weil das sichere Einnahmen bringt,
muss sich nicht wundern, wenn der Branchenmix einer Straße nicht
mehr stimmt. Wer nicht ausreichend in ein Geschäftslokal und das äußere
Erscheinungsbild investiert, hat irgendwann Leerstand. In Garath wurde
investiert, in Holthausen ebenso. Wersten muss sich weiter anstrengen,
damit die Zufriedenheit bleibt. Bernd Bussang/RP |

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