Bestens erreichbar
und ein vielfältiger Branchen-Mix: Die Kunden geben der Kölner
Landstraße als Einkaufsviertel gute Noten. "Das ist sehr viel positiver
als wir erwartet haben", zeigt sich Michael Lemmen, Vorsitzender der Werbegemeinschaft
"Wir in Wersten", überrascht und erfreut.
Die Industrie-
und Handelskammer hat sowohl die 102 Geschäftsleute wie auch 315 Kunden
über die Einkaufsqualität im Viertel befragt. 56 Prozent bewerteten
den Standort mit "sehr gut" und "gut". 35 Prozent fällten das Urteil
"mittelmäßig". "Zehn Stadtteilzenren haben wir bislang analysiert.
Nur die Benderstraße in Gerresheim hat noch besser abgeschnitten",
betont IHK-Marketing-Experte Michael Rüscher.
Die Geschäfte
machen insgesamt einen Jahreumsatz von 33 Millionen Euro. Das entspricht
4900 Euro pro Quadratmeter, der Durchschnitt in der Stadt liegt bei 4650
Euro. Besonders auffällig: Pro Einkauf an der Kölner Landstraße
geben die Kunden 43,08 Euro aus, fast 18 Euro mehr als in den meisten anderen
Stadtteilen. |
Triste Atmosphäre
"Die Läden
sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto gut erreichbar.
Diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Leute mehr kaufen, als wenn der
Fuß- oder Anfahrtsweg beschwerlicher ist", so Rüscher. Was Michael
Lemmen ein wenig verwundert: "Wir dachten, die Parkplatznot sei der größte
Kritikpunkt der Kunden, aber das ist höchstens ein Randaspekt."
Die Einkäufer
bemängeln vielmehr fehlende Sauberkeit auf den Bürgersteigen
und die eher triste Atmosphäre. Deshalb soll´s künftig
mehr Grün geben. "In Zusammenarbeit mit der Stadt stellen wir jede
Menge Pflanzenkübel auf, damit die Passagen freundlicher wirken",
sagt Versicherungs-Makler Lemmen.
Was dem
Branchen-Mix noch fehlt: "Ein Konditoreibetrieb mit größerem
Café und ein Geschäft mit Sportartikeln und Freizeitbekleidung
wären eine schöne Ergänzung", so Lemmen. Platz genug dafür
ist da, denn zehn Prozent der Läden stehen leer. "Das ist nicht alarmierend,
sondern eher ein Durchschnittswert", beruhigt Michael Rüscher. |