Laut einer
Geschäfts- und Kundenbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK)
schneidet die Kölner Landstraße als Einkaufsmeile unverhofft
gut ab.
"Positiv überrascht" ist
Michael Lemmen, Vorsitzender der Händlergemeinschaft "Wir in Wersten".
Der hatte die Analyse in Absprache mit den Mitgliedern bantragt. "Wir wollten
vor allem von Kundenseite wissen, wo Mängel bestehen", so der Geschäftsstellenleiter
einer Versicherung. Herausgekommen sind mitunter sogar Spitzenwerte.
102 Geschäftsleute
und 315 Kunden, vornehmlich aus Wersten, hat IHK-Stadtteil-Marketingexperte
Michael Rüscher befragt. In zentralen Fragen wie nach der Qualität
des Standortes bewerteten die Händler die Situation zu 56 Prozent
mit "sehr gut" oder "gut", 35 Prozent immerhin noch mit "mittelmäßig".
Rüscher: "Das ist der zweitbeste Wert, den wir bei unseren Befragungen
in den Stadtteilen Düsseldorfs in den vergangenen Jahren gemessen
haben." Auch die Geschäftsentwicklung wird, entgegen dem Deutschland-Trend
im Einzelhandel (fünf Prozent Minus in den vergangenen fünf Jahren)
mit "verbessert" oder zumindest "konstant" |
angegeben.
Von Seiten
der Kunden wird das Warenangebot zu 69 Prozent mit "sehr gut" oder "gut"
benotet. Die "gute Erreichbarkeit" sowie "Verkehrssicherheit" sind weitere
Pluspunkte.
Natürlich sind
kritische Ansätze vorhanden. "Wir haben hier einen typischen Nahversorger.
Lebensmitteleinkäufe stehen hier klar an der Spitze", so Rüscher.
Ein stärkerer Branchenmix wird gewünscht, ein Konditorei-Café
steht etwa ganz oben auf der Wunschliste der Einkäufer. Unterdurchschnittlich
kurze Verweilzeiten beim Einkauf sind zu verzeichnen. "Uns fehlt der Bummelfaktor",
sagt Lemmen. Gespräche mit der Stadt über das Aufstellen von
Blumenkübeln wurden bereits geführt. Rüscher ergänzt:
"Warum nicht die Immobilienbesitzer mit ins Boot holen, verdeutlichen,
dass etwa ein guter Branchenmix und eine ansprechende Fassadengestaltung
auch die Mietpreise stabil halten." Lemmen: "Was heute noch von Kaufleuten
und Kunden bemängelt wird, wollen wir morgen besser machen". In etwa
drei Jahren will er die IHK-Analyse wiederholen lassen. |